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  • Argentinien
    Argentinien

    Argentinien

    Stand: Januar 2013

    Ländername: Argentinische Republik (República Argentina)

    Lage: Südliches Südamerika, zwischen dem 22. und 55. Grad südlicher Breite und dem 54. und 73. Grad westlicher Länge (größte Nord/Süd-Ausdehnung: 3.700 km, größte Breite: 2.100 km)

    Fläche: 2,78 Mio. qkm, zweitgrößtes Land Südamerikas, erhebt Anspruch auf 1,23 Mio. qkm Antarktis

    Hauptstadt: Buenos Aires, Bundeshauptstadt: rund 2,89 Mio. Einwohner; Großraum (Bundeshauptstadt plus Einzugsgebiet): 12,8 Mio. Einwohner

    Bevölkerung: Rd. 40,5 Mio. Einwohner; im 19./20. Jahrhundert Einwanderungsland, vorwiegend italienischer und spanischer Abstammung; ca. 2% indigener Abstammung; knapp 20% unter Armutsgrenze (nach offizieller Statistik); ca. 1 Mio. Deutschstämmige

    Landessprache: Spanisch

    Religion(en); Kirche(n): Katholiken 90%, Protestanten 2% und Juden 1%, andere Glaubensrichtungen 6%

    Nationaltag: 25. Mai (1810); Revolutionstag - "Tag des Vaterlandes" (Sturz des spanischen Vizekönigs)

    Unabhängigkeit: 9. Juli 1816

    Regierungsform: Präsidialdemokratie, Bundesrepublik; Kongress bestehend aus 2 Kammern: Senat mit 72 und Abgeordnetenkammer mit derzeit 257 Sitzen

    Staatsoberhaupt: Präsidentin der Argentinischen Nation: Cristina Fernández de Kirchner; Vizepräsident: Amado Boudou

    Außenminister: Minister für Auswärtige Beziehungen und Religionsfragen, Héctor Timerman

    Parlamentspräsident: Präsident des Senats: Amado Boudou; Präsident der Abgeordnetenkammer: Julián Domínguez

    Regierungspartei: "Frente para la Victoria" sowie "Partido Justicialista/PJ" (Peronisten), seit dem 10.12.2011: 33 (+5 Alliierte) von 72 Sitzen im Senat, 115 (+20 Alliierte aus anderen Parteien) von 257 Sitzen in der Abgeordnetenkammer

    Andere im Parlament vertretene Parteien: Größte Fraktionen: Unión Cívica Radical/UCR (Radikale Bürgerunion), Peronismo Federal (dissidente Peronisten), Coalición Cívica/CC (Bürgerliche Koalition) und Propuesta Republicana/ PRO (Republikanischer Vorschlag)

    Gewerkschaften: Vielzahl überwiegend peronistisch ausgerichteter Einzelgewerkschaften. Dachverband CGT (Confederación General del Trabajo), daneben die CTA (Central de Trabajadores Argentinos)

    Organisationen der Wirtschaft: Industrieverband UIA - Union Industrial Argentina (Pendant zum dt. BDI), Arbeitgeberverband AEA - Asociación Empresaria Argentina, daneben gibt es zahlreiche branchenspezifische Wirtschaftsverbände

    Verwaltungsstruktur des Landes: In den 23 Provinzen jeweils eigene Exekutive unter Führung eines Gouverneurs, ein eigenes Parlament und eine eigene Gerichtsbarkeit. Bundeshauptstadt Buenos Aires (Capital Federal) hat eigene Verwaltung und eigenes Parlament, unterliegt jedoch der Zuständigkeit der Bundesgerichte und der Bundespolizei. Argentinien zählt 2.168 Gemeinden (municipios) mit jeweils einem Bürgermeister an der Spitze.

    Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: UNO (Gründungsmitglied 24.10.1945) und OAS, 2013/2014 nichtständiges Mitglied im VN-Sicherheitsrat, Mitgliedschaft in sämtlichen wichtigen VN-Sonderorganisationen, WTO, MERCOSUR, UNASUR, CELAC.

    Wichtigste Medien:
    Rundfunk: Landesweiter Staatsrundfunk (Radio Nacional), daneben Vielzahl weiterer regionaler und kommunaler Radiosender sowie über 100 private Radiostationen.

    Fernsehen: Landesweit senden ein staatlicher und vier private Sender. Daneben existiert eine Vilezahl an kleineren, teils lokalen Sendern. Die Deutsche Welle ist je nach Kabel-/-Sat- Anbieter auf deutsch oder spanisch zu empfangen.

    Presse: "Clarín" (Auflage ca. 270.000), "La Nación" (ca.160.000) und weitere kleinere Tageszeitungen. Außerdem "Buenos Aires Herald" (englischsprachig) und "Argentinisches Tageblatt" (deutschsprachige Wochenzeitung).

    Ansässige Deutsche: Deutsche Staatsangehörige: mit Pass ca. 50.000 (Doppelstaatler 30.000). Weitere Deutschstämmige, unter anderem Wolgadeutsche: ca. 1 Million.

    Bruttoinlandsprodukt: 2012: vss. ca. 502 Mrd. USD; 2011: 445,7 Mrd USD, 2010: 368,7 Mrd. USD, 2009: 307,1 Mrd. USD (zu Marktpreisen). Für 2012 erwartet die Regierung ein BIP-Jahreswachstum von etwa knapp über 2% - noch liegen keine offiziellen Zahlen vor. Lokale und internationale private Wirtschaftsinstitute schätzen das BIP-Wachstum für 2012 mit max. 1% oder gar Minuswachstum deutlich geringer ein. Nach offiziellen Statistiken betrug das BIP Jahreswachstum 2011 + 8,9 %; 2010 + 9,2% nach 0,9 % im Krisenjahr 2009 (private Wirtschaftsinstitute schätzen das Wachstum 2011 auf ca. 7% und ermittelten für 2009 einen Rückgang um ca. -3%).

    Pro-Kopf-BIP: 2012: vss. ca. 12.370 USD; 2011: 11.005 USD; 2010: 9.197 USD; 2009: 7.651 USD (zu Marktpreisen)

    Hinweis:

    Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 



  • Wirtschaftspolitik
    Katar

    Wirtschaftspolitik

    Stand: März 2013

    Struktur der Wirtschaft

    Gegenwärtig werden ca. 58 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) vom Öl- und Gassektor erwirtschaftet. Hiervon werden auch weiterhin starke Impulse ausgehen: So sind allein seit Ende 2010 weitere fünf große Gasverflüssigungs- und Exportanlagen in Betrieb genommen worden.

    Der Bereich der Finanzdienstleistungen, Banken und Versicherungen trägt ca. 10 Prozent zum BIP bei. Katar legt jedoch großen Wert darauf, den Anteil des nicht-energiebezogenen Anteils am BIP signifikant zu steigern. Dabei wird dem Bereich der Finanzdienstleistungen besondere Bedeutung zugemessen.

    Die großen katarischen Unternehmungen befinden sich in überwiegend staatlicher Hand, wobei angesichts der engen Verflechtung zwischen Staat und Herrscherfamilie eine Trennung zwischen staatlich und privat nicht immer möglich ist.


    Wirtschaftsklima

    Katar gilt weiterhin grundsätzlich als „Boomland“ mit noch nicht ausgeschöpftem wirtschaftlichen Potenzial, dessen Markt hart umkämpft ist. Das Land ist dabei, umfangreiche Infrastrukturprojekte (Straßenbau, Kanalisation, Eisenbahn, Flughafen und Hafenbau) zu realisieren. Derzeit leidet die geplante und angestrebte Durchführung dieser Vorhaben an einem schwerfälligen Entscheidungsprozess der katarischen öffentlichen Auftraggeber.

    Es ist zu erwarten, dass sich das bisherige (bis 2011) rasante Wachstumstempo weiter reduziert. Nach einem realen Wachstum um 6  Prozent im Jahre 2012  erwartet man für 2013 – 2017 ca. 5 Prozent Wachstum. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass 2012 keine größeren neue Gasproduktions- und Verflüssigungsanlagen in Betrieb genommen wurden und somit keine überproportionale Steigerung der Gaserlöse zu erwarten war.

    Über 88 Prozent der gegenwärtig rund 1,9 Millionen Einwohner Katars (2004 waren es noch etwa 760.000), sind nicht katarischer Staatsangehörigkeit; die große Mehrzahl davon verrichtet Dienstleistungen im Bau- und produzierenden Gewerbe, bei sehr niedrigem Lohnniveau. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen ausländischer Arbeitnehmer kommen aus Indien und den Philippinen.

    Auch wird ein weiterer Anstieg der Bevölkerungszahlen erwartet, dies insbesondere durch den weiteren Zuzug von Nicht-Kataris. So wird in offiziellen Statistiken bis 2015 mit einer Bevölkerungszahl von 2,3 Millionen gerechnet.

    Besonders das Rechtssystem hat noch erhebliche Defizite. Gerade für nicht-katarische Akteure ist eine gerichtlich durchsetzbare Rechtssicherheit, beispielsweise bei ausstehenden Forderungen, teilweise nur bedingt gegeben.

    Arbeitslosigkeit besteht praktisch nicht; ausländische Arbeitskräfte werden weiterhin benötigt. Die Attraktivität des Standortes Katar leidet jedoch unter weiterhin hohen Preisen und einem diesen oft nicht entsprechendem Lohnniveau.


    Außenhandel/Weltwirtschaft

    Entsprechend seiner Position als Exporteur von Gas und Öl ist Katar ein wichtiger Akteur im internationalen Energiemarkt. Das Land verfügt über die drittgrößten Erdgasreserven der Welt. Katar war 2011 und 2012 der größte Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG). Zielländer der katarischen Gasexporte sind vor allem: Südkorea, Japan, Singapur und Thailand.

    An erster Stelle der Lieferländer lag nach katarischen Angaben für 2011 die USA mit einem Anteil von 12,3 Prozent, gefolgt von Deutschland mit einem Anteil von 9,1 Prozent und danach Italien mit 9 Prozent sowie Japan mit 8,1 Prozent. Der Haushaltsüberschuss erhöhte sich im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr von 3,5 Mrd. US-Dollar auf 12,2 Mrd. US-Dollar. Im zweiten Viertel des Wirtschaftsjahres 2012 / 2013 konnte Katar einen Haushaltsüberschuss von 26 Mrd. US-Dollar verzeichnen.

    Generell ist für den Marktzugang noch immer ein lokaler Mehrheitspartner notwendig; es ist jedoch erkennbar, dass die katarische Regierung eine weitere Öffnung anstrebt. Schon jetzt ist ein solcher Partner für die Bereiche Bildung, Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie sowie für Projekte im Zusammenhang mit Energie und Bodenschätzen nicht mehr immer notwendig. Hierzu wird nach Einzelfall von der Regierung entschieden. In weiteren Bereichen, so bei Beratungsdiensten, IT, Tourismus und Sport, wurde jüngst eine hundertprozentige ausländische Eigentümerschaft zugelassen. Direktinvestitionen sollen auch dadurch erleichtert werden, dass die Körperschaftssteuer für ausländische Unternehmen seit 2010 durchgängig bei 10 Prozent liegt.

    Katar ist Mitglied in allen relevanten internationalen Wirtschaftsorganisationen, ebenso der OPEC und der OAPEC (Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten). Darüber hinaus ist das Land sehr aktiv in dem Bemühen, auch eine engere Koordination mit anderen gasproduzierenden Ländern herbeizuführen; dies geschieht vor allem im Rahmen des Forums Gas-exportierender Länder. Doha wurde zum Sitz des Forum-Sekretariats gewählt. Generell ist es der Führung jedoch ein Anliegen, dass dies nicht zu einer konfrontativen Position mit den Verbraucherländern führt.

    Der mit den anderen Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates (GKR) für den 1. Januar 2008 vereinbarte Beginn eines gemeinsamen Marktes wurde noch nicht implementiert, ebenso ist die GKR- Zollunion noch nicht verwirklicht. Auch die Umsetzung der seit Jahren diskutierten Einheitswährung ist noch nicht absehbar.


    Umwelt

    Fragen des Umweltschutzes wird in Katar zunehmend politisches Gewicht beigemessen. Dies zeigt sich auch darin, dass im Juni 2008 ein eigenes Umweltministerium geschaffen wurde und seit Februar 2008 ein Nationaler Umweltplan offiziell in Kraft ist.

    Zudem fand die 18. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention UNFCCC („COP18“) Ende November/ Anfang Dezember 2012 in Doha statt.

    Eine erste Müllverwertungs- und -verbrennungsanlage wurde im 2. Quartal 2011 in Betrieb genommen. Katar hat weltweit den höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf, will die Emissionen aber in Zukunft erheblich reduzieren. Mit einem Wasserverbrauch von 216 Kubikmeter pro Kopf (2012) ist Katar weltweit Spitzenreiter.

    Erneuerbare Energien erfreuen sich zunehmender Wertschätzung, besonderes Gewicht wird auf die entsprechenden Arbeiten in Forschung und Entwicklung gelegt. Vorreiter dabei ist die Photovoltaik.



    Hinweis

    Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 




  • Innenpolitik
    Costa Rica

    Innenpolitik

    Stand: März 2013

    Verfassungsmäßiger Staatsaufbau

    Costa Rica folgt verfassungsmäßig und institutionell teilweise dem nordamerikanischen Muster (Präsidialsystem). Die Gewaltenteilung ist streng:

    Der Präsident und die zwei Vizepräsidenten werden vom Volk auf vier Jahre gewählt; eine unmittelbare Wiederwahl des Präsidenten ist nach der Verfassung ausgeschlossen.

    Das Einkammer-Parlament ("Gesetzgebende Versammlung", Asamblea Legislativa) besteht aus 57 Abgeordneten, die alle vier Jahre nach Verhältniswahlrecht ohne Möglichkeit einer direkten Wiederwahl gewählt werden.

    Die rechtsprechende Gewalt ist unabhängig und selbstverwaltend; die Zuweisung der erforderlichen Haushaltsmittel erfolgt durch das Parlament im Rahmen verfassungsmäßiger Vorgaben. Das costaricanische Recht folgt französischen und spanischen Vorbildern.

    Über die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen wacht das Oberste Wahlgericht des Landes ("Tribunal Supremo de Elecciones").

    Als unabhängiger, dem Parlament jährlich berichtender Ombudsman ist die "Defensora de los Habitantes" ("Verteidigerin der Einwohner") eine weitere wichtige Ansprechpartnerin für Bürger, die sich von Staat oder Verwaltung in ihren Rechten verletzt oder sonst ungerecht behandelt fühlen.


    Zusammensetzung des Parlaments nach politischen Parteien/Richtungen

    • Partido de Liberación Nacional (PLN, sozialdemokratisch): 24 Sitze
    • Partido Acción Ciudadana (PAC, linksliberal): 11 Sitze
    • Partido Movimiento Libertario (ML, rechtsliberal): 9 Sitze
    • Partido Unidad Social Cristiana (PUSC, christdemokratisch): 6 Sitze
    • Partido Restauración Nacional (religiös-konservativ): 1 Sitz
    • Partido Frente Amplio (linksgerichtet): 1 Sitz
    • Partido Accesibilidad sin Exclusión (PASE, Partei der Schwerbehinderten): 4 Sitze
    • Renovación Costarricense (religiös-konservativ): 1 Sitz

    Allgemeine Grundlagen, Hauptprobleme, Menschenrechtslage

    Costa Rica ist - was politische Stabilität und sozialen Frieden angeht - im zentralamerikanischen Kontext ein Musterland. Parteienfreiheit und Pluralismus sind gewährleistet. Im Menschenrechtsbereich hat Costa Rica in Zentralamerika eine Vorreiterrolle; der dem Parlament jährlich berichtende Ombusmann „Defensora de los Habitantes“ („Verteidigerin der Einwohner“) ist ein wichtiger Ansprechpartner für Bürger, die sich von Staat und Verwaltung in ihren Rechten verletzt fühlen.

    Nichtsdestotrotz bleibt die Sicherheitslage problematisch, es kommt häufig zu bewaffneten Überfällen. Außerdem ist Costa Rica Transitland für Drogenhandel (Kokain und Heroin) aus Südamerika, aber auch der inländische Drogenkonsum hat zugenommen.



    Hinweis

    Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 




  • Beziehungen zu Deutschland
    Malta

    Beziehungen zu Deutschland

    Stand: März 2013

    Die deutsch-maltesischen Beziehungen sind vielschichtig und spiegeln sowohl das politische und wirtschaftliche Geschehen als auch die Rollen beider Länder innerhalb der Europäischen Union wieder. Darüberhinaus haben über die Jahre viele persönliche Kontakte und hat auch der Tourismus dazu beigetragen, dass zwischen beiden Ländern trotz der geographischen Entfernung ein lebendiges Interesse besteht und ein regelmäßiger Austausch stattfindet.

    Politische Beziehungen

    Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malta wurden 1965, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas aufgenommen. Seit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 sind die traditionell engen und freundschaftlichen Kontakte noch intensiver geworden. Gegenseitige Besuche auf hochrangiger Regierungsebene unterstreichen dies. Zuletzt besuchte Premierminister Gonzi im Januar 2013 auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel Deutschland. Außenminister Guido Westerwelle war im September 2010 in Malta. Staatsminister Werner Hoyer besuchte Malta im November 2010. Bundeskanzlerin Angela Merkel war im Januar 2011 zu offiziellen Gesprächen in Malta. Der damalige maltesische Außenminister Tonio Borg besuchte Berlin im September 2011. Diese Besuchsdiplomatie wurde auch 2012 mit hochrangigen Besuchen in beiden Richtungen fortgesetzt. Anfang April war Bundesministerin Aigner zu einem Besuch in Malta, sodann – ebenfalls im April – Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert; im Juli hielt sich Staatsminister Michael Link in Malta auf. Mehrere Ausschüsse des Bundestages und des Bayrischen Landtags weilten auch in Malta.

    Malta hat sich einen Ruf als zuverlässiges Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft erworben und bringt eigene Projekte und Beiträge in internationale Gremien ein.

    Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Malta bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.

    Wirtschaftliche Beziehungen

    Deutschland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Maltas. In Malta sind zurzeit 60 bis 70 deutsche Unternehmen registriert. Das Volumen des bilateralen Warenhandels Maltas mit Deutschland stieg 2012 bei Importen um 0,2 Prozent auf 318 Millionen Euro und bei Exporten aus Malta um 5,7 Prozent auf 344,7 Millionen Euro. Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen lag Ende 2010 bei 26,8 Milliarden Euro (Deutsche Bundesbank). Damit nimmt Malta weltweit den 12. Rang ein.

    Zwischen Malta und Deutschland bestehen folgende Wirtschaftsabkommen:

    • Investitionsschutzabkommen, in Kraft seit 17.12.1975
    • Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 27.12.2001
    • Luftverkehrsabkommen von 1994 (seit März 1997 in Kraft)

    Malta ist ein bei Deutschen beliebtes Reiseziel: Die Insel kann neben einem umfangreichen Kulturangebot auch im Winter angenehme Temperaturen bieten und ist schnell und zuverlässig mit dem Flugzeug von Deutschland aus ereichbar. Aufgrund seiner Lage im Mittelmeer ist Malta auch für Kreuzfahrten attraktiv, schon die Einfahrt in den „Grand Habour“ ist mit einer spektakulären Aussicht verbunden. Deutsche Touristen sind auf Malta gerne gesehen, sie gelten als Qualitätstouristen, d.h. sie zeigen Interesse an Geschichte, Kultur, Natur und Sprache. Auch die vielen englischen Sprachschulen auf Malta werden rege von deutschen Schülern genutzt. 

    2012 war erneut ein Rekordjahr für den Tourismussektor in Malta. Die Anzahl deutscher Touristen ist überdurchschnittlich um 2,5 Prozent auf 137.214 Besucher gestiegen. Damit stellt Deutschland nach Großbritannien und Italien die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrttouristen ist um 4,1 Prozent auf 157.563 Personen angestiegen und stellt mit Abstand die größte Gruppe vor Italien und Frankreich dar.

    Seit Oktober 2011 gibt es in der maltesischen Industrie- und Handelskammer einen deutsch-maltesischen Wirtschaftsausschuss.

    Kulturelle Beziehungen

    Auch kulturell sind die Beziehungen zwischen Malta und Deutschland eng. Seit 1962 existiert der "Deutsch-Maltesische Zirkel", der Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe Institutes wahrnimmt. Vom "Deutsch-Maltesischen Zirkel" werden nicht nur Sprachkurse angeboten, sondern auch Ausstellungen und Filmvorführungen. In Deutschland existiert als Gegenstück die Deutsch-Maltesische Gesellschaft.

    Seit 2008 existiert ein eigenständiger Germanistik-Studiengang an der Universität von Malta eingerichtet. Zudem hat die Bundesregierung seit Herbst 2009 für zunächst fünf Jahre einen deutschen Lehrstuhl zur „Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeer-Raum“ an der renommierten Mittelmeerakademie Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) geschaffen. Seit Herbst 2009 unterstützt das Fraunhofer-Institut in einem durch die EU finanzierten Projekt die maltesische Berufsbildungsakademie MCAST bei der Weiterbildung von Lehrkräften und ist beim Aufbau neuer Ausbildungsgänge behilflich. Seit 2013 ist das staatliche St. Margaret’s College Partnerschule der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amts.

    Deutschland hat 2011 und 2012 finanziell über das Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts die Restaurierung der "Deutschen Kapelle" in der St. John Co-Kathedrale in Valletta ermöglicht.



    Hinweis

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  • Sierra Leone
    Sierra Leone

    Sierra Leone

    Stand: März 2013

    Ländername: Republik Sierra Leone; Republic of Sierra Leone

    Klima: tropisch-feucht

    Lage: 10°-13° westliche Länge, 7°-10° nördliche Breite an der westafrikanischen Atlantikküste

    Nachbarländer: Guinea und Liberia

    Fläche des Landes: 71.740 Quadratkilometer

    Hauptstadt: Freetown, etwa 951.000 Einwohner (Ergebnis der Volkszählung vom Dez. 2004)

    Bevölkerung: 4,96 Mio Einwohner (Ergebnis der Volkszählung vom Dez. 2004 (neuere Schätzungen gehen von bis zu 5,7 Mio. Einwohnern aus), Bevölkerungswachstum 2,1% (UNDP-HDI 2009), Lebenserwartung  47,3 Jahre (UNDP-HDI 2009), 18 Ethnien (Temne 30%, Mende 30%, Kreolen u. andere)

    Landessprachen: Englisch (Amtssprache), Krio (als lingua franca), Temne, Mende, Regionalsprachen

    Religionen: etwa 70 Prozent Muslime, 20 Prozent Christen, 10 Prozent Animisten

    Nationalfeiertag: 27. April (Unabhängigkeitstag)

    Unabhängigkeit: seit 27. April 1961

    Staatsform: Präsidialverfassung

    Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident der Republik Sierra Leone, S.E. Ernest Bai Koroma, APC, Amtsantritt: 17.09.2007, wiedergewählt im ersten Wahlgang (für eine zweite und letzte Amtsperiode) am 17.11.2012 mit 58,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang
    Direktwahl auf 5 Jahre zusammen mit Parlamentswahl, ggf. Stichwahl, wenn im ersten Wahlgang 55% Mehrheit nicht erreicht wird

    Außenminister: Minister of Foreign Affairs and International Cooperation, Dr. Samura Kamara; Amtsantritt: 20. Dezember 2012

    Parlament: Parlament der Republik Sierra Leone: 1 Kammer, 124 Sitze, davon 112 direkt gewählte Abgeordnete und 12 Paramount Chiefs

    Aufgrund von noch nicht entschiedenen Gerichtsverfahren sind 2 Mandate im Parlament nach den Wahlen 2012 noch nicht besetzt.

    Regierungsparteien:All People's Congress (APC), 68 Sitze

    Oppositionsparteien:Sierra Leone People‘s Party (SLPP), 42 Sitze

    Gewerkschaften: Sierra Leone Labour Congress (als Dachverband von 22 Gewerkschaften)

    Verwaltungsstruktur: Zentralregierung in Freetown (Western Area = ehemalige britische Kronkolonie); Northern, Eastern und Southern Province (= ehemaliges britisches Protektorat) bestehen aus 12 Distrikten mit 146 Bezirken ("Chiefdoms"), die nach traditionellem Konzept von auf Lebenszeit gewählten "Paramount Chiefs" verwaltet werden; 12 District Councils, die von regional gewählten District Committees unterstützt werden.

    Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: Vereinte Nationen und Sonderorganisationen, Commonwealth, AKP (Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten), WTO (Welthandelsorganisation), AU (Afrikanische Union), ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten), MRU (Mano River Union, Staatenbund mit Guinea, Liberia und Côte d'Ivoire), OIC (Islamische Konferenzorganisation)

    Wichtigste Medien: Unabhängige Rundfunkstation Sierra Leone Broadcasting Corporation (SLBC) sowie etwa 30 private Radiosender; Fernsehstationen SLBC/TV (seit Februar 1994) und Privatsender ABC-TV, Südafrikanischer Kabel-TV (DSTV) mit einigen Dutzend Kanälen; ca. 40 Zeitungen, die zwischen zwei- bis fünfmal wöchentlich erscheinen; die wichtigsten: The New Citizen, The Democrat, For di People, Concord Times, The Vision, The Independent Observer, Standard Times, Awoko, Awareness Times (z.T. mit Internetausgaben)

    Pro-Kopf-BIP: 350 US-Dollar

    Hinweis

    Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.